Es ist 09:00 Uhr am frühen Dienstagmorgen – es ertönt ein Schellen wie es schellender nicht sein sein könnte und reißt mich aus meinem Trunkenheitsschlaf, den ich mir in meinem Urlaub doch mal gönnen dürfte. Es kann ja nur der Postbote oder die Polizei sein, doch was habe ich bestellt bzw. angestellt? Ist es etwa die Clifton Chenier Schallplatte, die ich in vorweihnachtlicher Kaufvergnügung bei Amazon bestellt habe? Wäre ja gelacht wenn die tatsächlich noch ankommen würde. Oder hat Greenpeace rausgefunden das ich der Penner bin, der stets auf ihre Fußmatten pinkelt? Flugs den Bademantel übergeworfen und alle abstehenden intime Körperteile verdeckt, den wartenden Scheller über die Sprechanlage in Empfang genommen und wenn “PÄCKCHEN FÜR DIR!” keine höfliche Reaktion auf “Guten Morgen, wer ist da?” sein soll, dann hab ich die Knigge wohl falsch gelesen. Mein bestätigter Verdacht gab meinem Magen ein ebenso gutes Gefühl wie ein Nutellabrot, deshalb in frühsportlicher Manier die zwei Stockwerke hinabspringend, nicht mehr so sehr auf abstehende intime Körperteile achtend (ich ging aufgrund der Stimmlage des Postboten nicht mehr davon aus, dass ich jemanden Hübsches zu erwarten habe) am Zwischenstock vorbei und mit dem Öffnen der Haustüre nicht nur das unerbittliche Gesicht des DHL-Mitarbeiters empfangend, sondern zusätzlich noch zu all meiner Verwunderung Sonnenschein und Vogelzwitschern. Ich sah ein riesen Ding. Nein, nicht mein Ding und auch nicht das vom Postboten, ich meine das Päkchen, wobei es Paket wohl eher trifft. “DER UNTERSCHRIFT BITTE AUF HIER.” Der Aufforderung nachkommend und immer noch grübelnd darüber was zum Teufel in diesem braunen Dingsda wohl enthalten sein könnte bemerkte ich parallel zu meiner künstlerisch angehauchten Schreibweise, dass das Päckchen, respektive Paket nichteinmal für mich bestimmt sein muss. “WIEDERSEHEN AUF, DANKE!” – Okay, nein. So schlecht war sein deutsch sicher nicht, aber so habe ich es halt in Erinnerung. Für einen Moment war ich mir nicht sicher, ob es überhaupt die Anstrengung wert wäre das verdammte Paket drei Treppen hinaufzutragen wenn es nichtmal für mich wäre. Ich dachte daran, dass ich jeden Tag warmes Essen für Umme bekommen und hob das Paket motiviert an. Dann wusste ich nicht ob ich extrem stark geworden bin oder sich in dem Ding einfach nur ‘ne riesige Menge Giftgas befindet. Seltsames Gewicht für so ein Paket. Zurück in der Wohnung entschloss ich mich wieder in’s Bett zu legen, überprüfte zuvor aber noch den Adressat und hab mich im ersten Moment riesig gefreut. Im zweiten Moment dachte ich wieder an die Sache mit dem Giftgas und war dann nicht mehr so entschlossen das Paket zu öffnen. Ach, was soll’s. Lieber Giftgas am Morgen als… Naja, bevor ich wusste was schlimmer wäre wie Giftgas war das Paket schon geöffnet und mir sprangen in etwa (Achtung, Schätzwert!) 560 Quadratkilometer Papier entgegen. Was verbarg sich bloß hinter all diesem Papier? Und warum brauch der Rössler keinen Einbürgerungstest zu machen?!
Weiter geht’s gleich im zweiten Teil.