Homo (Sapiens)

Da gibt’s dann also solche Leute, die wählen tatsächlich die Piratenpartei, halten es für politisch individuell mit einem „Kernkraft? Nein, danke!“-Anstecker rumzulaufen und reden von morgens bis zum Abend von Vorratsdatenspeicherung und wie selten sie doch Google nutzen. Die sind ja nicht doof! Vor einigen Jahren, da gab es bereits so eine (mehr oder weniger freiwillige) idealistische Gruppierungen: Die Neandertaler. Kein Facebook, kein AKW und vor allen kein Apple. Da wird man doch glatt nostalgisch, oder? Zugegeben, es gab sicher eine Zeit, da war es echt cool mit Wörtern wie Kommerz, Konsum oder Kapitalismus um sich zu werfen. Nicht nur am Stammtisch sondern auch in Foren seinen Idealismus zum Ausdruck zu bringen, indem man alles ableht was die eigene Existenz total übertönt galt vermutlich in einigen Köpfen bereits als Beginn der Revolution. Veganer hier, Piratenwähler da und manche ketten sich sogar an die Gleise damit der böse Castor nicht Deutschland in Schutt und Asche legt. Und dann geht’s direkt weiter zur nächsten Demonstration: S21 oder Vorratsdatenspeicherung. Die Welt ist so ein gemeiner Ort und es ist völlig berechtigt die Menschheit als dumm zu bezeichnen, sollten sie sich nicht aufopfernd vor Wasserwerfer und Gummigeschosse stellen.

Man, man, man…

Völlerei

Misanthrop. Während Kommerz und Konsum zu den gemeinsten Schimpfwörtern werden hat der bisher gefürchtete Misanthrop kein Grund mehr sich für irgendetwas zu schämen, immerhin geht der Trend immer mehr in die Richtung seine eigene Spezies zu verachten und sich doch mehr auf das Tierreich zu konzentrieren. Hier dürfte das Phänomen auch seinen Ursprung finden: Greenpeace und PETA! Während unsereins weiterhin schlingend die Nackensteaks blutig verzehrt ist es einem wachsenden Teil der Bevölkerung wichtiger sich darum zu kümmern, dass das Nackensteak dort bleibt wo es die Natur einst gesät hat. Zu meinem Glück und zum Pech vieler Misanthropen helfen oben genannte Vereinigungen geistig zurückgebliebener Menschen lediglich dabei den Anschein zu wahren, dass es sich irgendwann ändern würde. Ich für meinen Teil hatte bisher keine Probleme mir im Edeka die guten Rinder- und Schweinesteaks zu kaufen. Ich frage mich jedoch wie eigentlich der Schenkel eines Vegetariers schmeckt. Aber zuvor möchte ich noch allerlei „konsumieren“, um das böse Kind gleich beim Namen zu nennen. Da wäre Alligatorrücken, Giraffenhals, Schildkrötenbauch, Elefantennacken oder vielleicht auch mal einer dieser berühmt-berüchtigten EM-Hunde.

Wulff, altes Haus…

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

vielleicht habe ich da etwas falsch verstanden, jedoch halte ich es für sehr gewagt die Nerds à la Piratenpartei in den Bundestag einziehen zu lassen. Jetzt werden vielleicht die Interessen der World Of Warcraft-Spielern ausreichend vertreten, jedoch weiß der Sodomist, der Tierquäler, der Kindermissbraucher und U-Bahn-Schläger, der Lego- und Ü-Ei-Sammler immer noch nicht an wen er sich mit seinen ganz individuellen Problemen wenden soll. Selbst der Nazi, der allseits verhöhnte Nazi, sogar der hat einen mehr oder weniger seriösen Ansprechpartner in Ihrem Hause. Ist das Fair? Und wenn wir schon bei Minderheiten sind: Wieso zur Hölle gibt es kein Red-Lobster oder Outback-Steakhouse in Deutschland? Ich habe den BurgerKing-Fraß langsam echt dicke, mich dürstet und hungert es nach echtem Fleisch und Fisch. Sehen Sie damit was ich meine? Der extremistische Fleischkonsument weiß einfach nicht mit wem er reden soll, dabei liegt ihm doch seit dem Bestehen und wachsen bzw. wuchern der Grünen sovieles auf dem Herzen! Und deshalb müssen Sie nun Ihre Zeit damit Vergeuden mein Anliegen zu bearbeiten. Was ist wenn die Kinderfi… Äh, Kinderliebhaber jetzt auch damit anfangen Ihnen persönliche Briefe zu schreiben? Insofern wünsche ich Ihnen noch einen fleischigen Feiertag und ein tierisches Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen,
Der, der mit den Hirschen tanzt

Morgensport

Es ist 09:00 Uhr am frühen Dienstagmorgen – es ertönt ein Schellen wie es schellender nicht sein sein könnte und reißt mich aus meinem Trunkenheitsschlaf, den ich mir in meinem Urlaub doch mal gönnen dürfte. Es kann ja nur der Postbote oder die Polizei sein, doch was habe ich bestellt bzw. angestellt? Ist es etwa die Clifton Chenier Schallplatte, die ich in vorweihnachtlicher Kaufvergnügung bei Amazon bestellt habe? Wäre ja gelacht wenn die tatsächlich noch ankommen würde. Oder hat Greenpeace rausgefunden das ich der Penner bin, der stets auf ihre Fußmatten pinkelt? Flugs den Bademantel übergeworfen und alle abstehenden intime Körperteile verdeckt, den wartenden Scheller über die Sprechanlage in Empfang genommen und wenn “PÄCKCHEN FÜR DIR!” keine höfliche Reaktion auf “Guten Morgen, wer ist da?” sein soll, dann hab ich die Knigge wohl falsch gelesen. Mein bestätigter Verdacht gab meinem Magen ein ebenso gutes Gefühl wie ein Nutellabrot, deshalb in frühsportlicher Manier die zwei Stockwerke hinabspringend, nicht mehr so sehr auf abstehende intime Körperteile achtend (ich ging aufgrund der Stimmlage des Postboten nicht mehr davon aus, dass ich jemanden Hübsches zu erwarten habe) am Zwischenstock vorbei und mit dem Öffnen der Haustüre nicht nur das unerbittliche Gesicht des DHL-Mitarbeiters empfangend, sondern zusätzlich noch zu all meiner Verwunderung Sonnenschein und Vogelzwitschern. Ich sah ein riesen Ding. Nein, nicht mein Ding und auch nicht das vom Postboten, ich meine das Päkchen, wobei es Paket wohl eher trifft. “DER UNTERSCHRIFT BITTE AUF HIER.” Der Aufforderung nachkommend und immer noch grübelnd darüber was zum Teufel in diesem braunen Dingsda wohl enthalten sein könnte bemerkte ich parallel zu meiner künstlerisch angehauchten Schreibweise, dass das Päckchen, respektive Paket nichteinmal für mich bestimmt sein muss. “WIEDERSEHEN AUF, DANKE!” – Okay, nein. So schlecht war sein deutsch sicher nicht, aber so habe ich es halt in Erinnerung. Für einen Moment war ich mir nicht sicher, ob es überhaupt die Anstrengung wert wäre das verdammte Paket drei Treppen hinaufzutragen wenn es nichtmal für mich wäre. Ich dachte daran, dass ich jeden Tag warmes Essen für Umme bekommen und hob das Paket motiviert an. Dann wusste ich nicht ob ich extrem stark geworden bin oder sich in dem Ding einfach nur ‘ne riesige Menge Giftgas befindet. Seltsames Gewicht für so ein Paket. Zurück in der Wohnung entschloss ich mich wieder in’s Bett zu legen, überprüfte zuvor aber noch den Adressat und hab mich im ersten Moment riesig gefreut. Im zweiten Moment dachte ich wieder an die Sache mit dem Giftgas und war dann nicht mehr so entschlossen das Paket zu öffnen. Ach, was soll’s. Lieber Giftgas am Morgen als… Naja, bevor ich wusste was schlimmer wäre wie Giftgas war das Paket schon geöffnet und mir sprangen in etwa (Achtung, Schätzwert!) 560 Quadratkilometer Papier entgegen. Was verbarg sich bloß hinter all diesem Papier? Und warum brauch der Rössler keinen Einbürgerungstest zu machen?!

Weiter geht’s gleich im zweiten Teil.

Edmund sei’ G’sicht

Oh weh, so ein dummes Gesicht habe ich zuletzt bei Edmund Stoiber gesehen, als ein Wahlergebnis veröffentlich wurde. Am 27. November gegen 21 Uhr stand den Linken und Grünen das „Fuck“ förmlich in’s Gesicht geschrieben. Wo vor wenigen Wochen noch große und enthusiastische Demonstrationen veranstaltet wurden, da präsentierten sich die Linksradikalen schweigend und mit Tränen in den Augen während meine Wenigkeit den Sieg mit Bier feierte. Über 60% der Baden-Württemberger stimmten für den Bau des Stuttgart21-Projekts ab und erzielten somit das endgültige Ergebnis! Ich persönlich habe mich am 27. auch in die Wahlhallen begeben und mein Kreuzchen an der rechten Stelle gesetzt. Gespannt bleibe ich dennoch, was der Gegenpartei sonst noch so einfällt. Meine Prophezeiung ist, dass die Behauptung auftreten wird, das Ergebnis sei getürkt oder sonst irgendwie ungültig. Die militanteren Grünlinge planen vermutlich schon die ersten Bombenanschläge oder stellen auch hier Transporter auf die Gleise… Das Spiel „Staat + Politik vs. Links + Grün“ geht sicherlich noch seine Zeit, wird sich aber definitiv für den Staat entscheiden.

Doof aber herzlich

Würde Mann es nicht besser wissen, dann läge die Vermutung nahe, dass in Deutschland eine Apokalypse bevorsteht und sich allein aus diesem Grund Hamstereinkäufer in die Stadt drängeln um die letzten verfügbaren Güter abzugreifen. Nach einem Blick auf die Uhr und vor allem auf das Datum wird jedoch schnell klar, dass es sich hier lediglich um leicht verspätete Weihnachtsbesorgungen handelt und wenn man ganz genau hinsieht, dann erkennt man auch schnell, dass sich nur die besten Menschen der Welt (laut DMAX) in dieses Vergnügen stürzen: Männer. Also ein männliches Volkstreffen in Elektronik- und Drogeriemärkten, da stellt sich schnell die Frage: Warum sind wir so? Warum können wir nicht schon im Oktober unsere Geschenke besorgen? Zum Selbstschutz, Mädels. Würde es nicht ab und zu schneien, dann würden wir sogar vergessen, dass überhaupt Weihnachtszeit ist und so schnell wie wir die Jahreszeit vergessen (nämlich alle drei Monate), genauso schnell vergessen wir auch, dass wir schon längst unsere Geschenke besorgt haben und das würde unweigerlich dazu führen erneut loszuziehen und Geschenke zu kaufen. Der positive Effekt würde erst dann eintreten, wenn wir mal wieder in den Keller gehen und dort dann das Geschenk vom letzten Jahr finden, das wir vergessen haben. Es ist nicht so, dass wir uns dann wieder daran erinnern, aber wir freuen uns tierisch darüber beschenkt worden zu sein. Um diese doppelte Ausgabe zu verhindern stellen wir uns jedes Jahr zum 24.12. den Wecker auf 08:00 Uhr um in den erbarmungslosen Kampf der Parkplatzsuche zu ziehen. So sind wir. Doof, aber herzlich.

Satürn

Dieses Jahr nominiere ich die Werbeagentur von Saturn und Media Markt für herausragende Kreativität. Ich bin doch nicht blöd, Geiz ist geil, geil ist auch geil und “Soo! Muss Technik”. Das Letzteres kein deutscher Satz ist tut der Sache keinen Abbruch, immerhin legen wir darauf seit Sido und dem millionsten Einwanderer sowieso keinen Wert mehr. “Süpergeile Bettelfüld für voll weniges von dein Geld!” hieß es beim  letzten Beratungsgespräch im roten Elektronik-Markt und um diese Frage von vornherein zu beantworten: Nein, es war nicht Oliver Pocher. Meine begrenzte Intelligenz lässt mich leider auch nicht erahnen was genau an Weihnachten unter dem Baum entschieden werden soll? “Oah, geil, ‘n iPhone 4S! Jetzt werde ich mir doch nicht die Kehle aufschlitzen.” Löblich, dass Media Markt uns versucht diese Entscheidung abzunehmen, aber führt man den Gedanken weiter aus, dann hätte man sich den 2. Weltkrieg vielleicht ganz einfach sparen können indem man Hitler keine Future Trance CD geschenkt hätte. Fahrradkette. Nun, ich möchte ja nicht wieder mit den ollen Geschichten anfangen, insofern wünsche ich Dings, Hitler… Ääh, Quatsch, Saturn alles Gute für’s neue Jahr und dem Chef der Werbeagentur eine erfolgreiche Hirntransplantation.

Nazi verprügelt Weihnachtsmann

Hachja, in weiß-roten Gewand wird zu dies herzhafter Winterzeit frohlocket und tugendlich verhalten und das in Anbetracht der Tatsache, dass es Planet Erde gar nicht gut geht. Nein, ich rede nicht von Plastik, Atomkraft oder Stuttgart21. Auch BP und Guttenberg tragen im Angesicht zur nahenden Bedrohung nur geringe Schuld am Untergang der rassentragenden Plattform inmitten eines einsamen Sonnensystems. Vielmehr ist diese Maja, von der alle ständig sprechen, an diesem Desaster beteiligt und sowie es aussieht scheint es auch keine Operationen zu geben, die Maja zum stoppen bringt. Die USA töten Osama und indirekt Herrn Hussein, aber so ein doofes Weib bringen sie nicht zu Strecke? Wie dem auch sei. Noch lange kein Grund Trübsal zu blasen. Ich meine, ja, die Erde wird das nächste Weihnachten nicht erleben, aber ist das nicht umso mehr ein Grund dieses und kommendes Jahr ganz gewaltig auf den Putz zu hauen? In Schulen werden Kugelschreiber und Bleistifte niedergelegt um Filme zu sehen und gemeinsam zu frühstücken. Selbst in meiner Bildungseinrichtung wurde der Fernseher eingeschaltet und statt Maschineneffizienz und Staatsformen wurde uns medial das Leben eines Nazi-Boxers präsentiert um anschließend die mittlerweile verschrumpelte Cameron Diaz in einem bitteren Selbstversuch der Karriererettung als böser Lehrer bloßzustellen. Wo geht es dann weiter? Schalten wir zum Gedenken der Weltkugel die Produktionslinien ab, stoppen Import und Export und nehmen uns alle ein Jahr lang Urlaub? Nein! Um der Menschheit weiterhin den Standard zu bieten, den sie seit gut drei Jahrzehnten gewohnt ist werden Arbeitskräfte händeringend angestellt um weiterhin in 120%iger Auslastung Maschinen zu bedienen, deren Endprodukte vom Verbraucher bis zum Stillstand der Gemeinschaft schlingend verzehrt und konsumiert werden. Gut, ich habe so oder so keinen Urlaub mehr, aber dennoch stimmt es mich traurig mitansehen zu müssen wie meine geliebten Mitmenschen das letzte Jahr ihrer bedeutungslosen Existenz in der Fabrik oder im Büro verbringen müssen, statt bei denen zu sein die sie lieben und reich beschenken. Ich persönlich habe den Wunsch nach Alkohol und Tabak, doch weder das Geld noch die Liebe, die ich von den anderen brauche um mir diesen Luxus zu erfüllen. Wie war des mit dem schluckenden und inhalierenden Konsumten? Oh, das bin ja ich. So denn, produziert auf das hin ihr in eurer Arbeit erstickt und mir alljene Güter überreicht, für die Gott bis zum 20.12.2012 keine Abnehmer mehr findet!

‘N guten Rutsch!

Sibirien Hbf

Wer hätte auch damit gerechnet, dass es dieses Jahr schon wieder wintert? Das hat die deutsche Bahn wohl genauso überrascht wie mich. Dabei war doch erst 2010 der letzte Winter. Doofe Natur, lässt überhaupt keinen Spielraum für voraussichtliche Planungen. Das mit dem Klimawandel funktioniert offensichtlich auch nicht so gut – wo ist Kachelmann und woher wissen die Freibäder immer schon im Voraus das es kalt wird?

Weihnachten im Ford

Na, da wurde mir glücklicherweise doch noch die Kfz-Zulassung geschenkt. Hätte ich ehrlich gesagt nicht vermutet, aber das liegt wohl auch weniger an der Zulässigkeit des Kfz’s als an Weihnachten. Ich meine, ich liebe mein Auto. Es ist sau bequem, hat angemessen viel PS und vier Türen. Dass es schluckt wie ‘ne Osteuropäerin ist zwar finanziell untragbar, aber dadurch durfte ich schon in ganz Deutschland Tankstellenverkäufer kennenlernen. Das Nichtvorhandensein der Airbags empfinde ich nicht als Nachteil, immerhin sterbe ich dann sofort anstatt als atmendes Gemüse weiterzuleben. Nicht mehr lange, dann erfülle ich mir meinen Traum: Jeep Grand Cherokee. Bis dahin bleibt es beim Ford.